Leonie Alves, Ass.jur.

Care-Training für Pflegende, Angehörige und Institutionen

Häusliche Pflege durch Angehörige

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Dieses Seminar bietet Pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, offensiv und ehrlich mit Belastungen und Problemen umzugehen, die ihnen in der häuslichen Pflege von Angehörigen begegnen, sich untereinander auszutauschen und zu erkennen, daß sie mit ihren Themen nicht allein gelassen sind und sie nicht "versagt" haben.

Darüberhinaus werden Entlaszungsmöglichkeiten und Hilfsangebote erörtert, die sowohl die pflegerischen Leistungsangebote umfassen, als auch die persönliche (körperliche und psychische) Pflegebelastung des Angehörigen.

Einen Angehörigen zuhause zu pflegen ist in jedem Fall eine große Herausforderung und ein Spagat zwischen dem Wunsch, helfen zu wollen und der Sorge um den eigenen Lebensalltag. Und so selbstverständlich und erfüllend wie es möglich ist, füreinander da zu sein und einander zu helfen, so schnell kann sich der Pflegende dabei selbst in einer Situation wiederfinden, in der die Herausforderung zur Überforderung wird. Der Übergang ist meist fließend und vollzieht sich oft unbemerkt.

Anders als eine professionelle Pflegekraft fühlen Sie sich als pflegende Angehörige mit dem Pflegebedürftigen in vielfältiger Weise stark verbunden. Die professionelle Pflegekraft hat gelernt, eine schützende emotionale Distanz zu ihren Patienten zu wahren und für sie ist die Pflege ein Beruf mit festen Arbeits- und Erholungszeiten. Für den pflegenden Angehörigen können sich sowohl aus emotionaler Verbundenheit als auch dem Umstand, dass die Pflege häufig neben dem Beruf und dem eigenen Privatleben zu meistern ist, vielfältige Schwierigkeiten ergeben.

Denn häusliche Pflege bedeutet:

  • häufig Rufbereitschaft rund um die Uhr. Freie Zeit, eigene private Pläne und soziale Kontakte schwinden,
  • Tagesablauf, Ruhe und Schlaf sind fremdbestimmt - nächtliche Störungen kommen hinzu,
  • schweres Heben, enge Räume, fehlende Hilfsmittel und ein Mangel an Fachkenntnissen belasten die Gesundheit,
  • räumliche Nähe, Abhängigkeit und eingefahrene Beziehungsmuster führen zu Agressionen und Unzufriedenheit,
  • Schwerstarbeit und fehlende Anerkennung schwächen den Körper bis hin zu ausgeprägten körperlichen und seelischen Erkrankungen.

Im Seminar sollen

  • die Änderung der Rollenverhältnisse und die damit verbundenenSchwierigkeiten,
  • der Streß und die Überforderung durch Zeitdruck, Sorgen, Ärger, Trauer, Schuldgefühle, Angst und Zweifel,
  • die psychischen Belastungen,
  • die physischen Belastungen,
  • die mögliche Gewalt und
  • Auswege / Hilfen für die pflegenden Angehörigen

besprochen und diskutiert werden.

Die Dauer des Seminars beträgt ca. 3 Stunden - auch eine Einzelberatung ist möglich!